Erste Rotbauchunken ausgesetzt

Am 23. Juni 2017 konnten die ersten 889 nachgezogenen Rotbauchunken im Projektgebiet NABU 1, Großer Kleiner See durch das Projektteam ausgesetzt werden. In den kommenden Jahren gehen wir davon aus, dass sich am Standort eine der individuenstärksten Rotbauchukenpopulationen in Niedersachsen entwickeln wird.

 

Foto: Pächter setzt Unken aus, Florian Bibelriether (Amphi International)

 

Erste Zaunbauarbeiten

In der Elbtalaue im Gebiet des Amtes Neuhaus startete Anfang März die erste Zaunbaumaßnahme. Ein etwa 4 km langer Zaun ermöglicht die Umzäunung von ca. 46 ha Grünland. Hierdurch wird eine Umstellung von Mahd und Nachbeweidung auf eine dauerhafte, extensive Beweidung der Flächen ermöglicht. Zum Ende des Jahres 2017 erfolgt dann auf den hier eingezäunten Flächen die Anlage neuer Gewässer für die Rotbauchunke. Durch die Etablierung der extensiven Beweidung sollen die Uferbereiche der Amphibiengewässer z. B. von Weiden frei gehalten werden und so zu einer Verbesserung der Habitatbedingungen führen.

Planungen für die Wiederansiedlung der Rotbauchunke an Aller und Oker

Seit dem Spätsommer laufen die Vorplanungen für die Standortwahl der Rotbauchunken - Wiederansiedlungen an Aller und Oker. Für das Gebiet NABU 6 ist eine Wiederansiedlung der Art an mehreren Stellen vorgesehen. Derzeit wird ermittelt, wo genau die besten Voraussetzungen für eine dauerhafte Etablierung der Rotbauchunke gegeben sind. Dazu wurden zahlreiche Vor- Ort- Begehungen durchgeführt und Karten, Luftbilder u.a. ausgewertet. Für eine erfolgreiche Wiederansiedlung müssen alle Lebensraumkomponenten vorhanden, bzw. neu zu schaffen sein. Entlang der Aller stellt die mangelnde Gewässerdynamik ein Problem dar. Durch die Regulierung der Aller mit dem Bau zahlreicher Wehre herrschen in der Aue heute sehr konstante Wasserstände. Die für die Unke nötige hohe Dynamik mit Überschwemmungen im Frühjahr und trockenfallenden Gewässern im Spätsommer findet sich nur an wenigen Stellen. Günstiger ist die Situation an der Oker im Stadtgebiet von Braunschweig. Überschwemmungen in den Auen treten hier noch regelmäßig auf und es dürften sich aller Voraussicht nach Laichgewässer mit ausreichender Wasserstandsdynamik herstellen lassen. Über die Durchführung der Wiederansiedlung wird aber erst entschieden, wenn sich die neu angelegten Gewässer als tatsächlich geeignet erwiesen haben.

 

Foto: Okeraue, Dr. Markus Richter

 

Arbeitsgruppe besichtigt erste umgesetzte Maßnahmen

Die projektbegleitende Arbeitsgruppe des Projektes LIFE-Auenamphibien traf sich in Neu Darchau an der Elbe, um die ersten Gewässerneuanlagen für die Rotbauchunke zu besichtigen. Die Arbeitsgruppe, in der die beteiligen Landkreise, der NLWKN, die vor Ort beteiligten NABU-Gruppen und weitere Naturschutzorganisationen sowie Amphibienexperten vertreten sind, trifft sich regelmäßig, um einen umfassenden Informationsaustausch innerhalb des Projektes zu gewährleisten und die fachlich hohe Qualität der Maßnahmen sicherzustellen. Das Treffen fand diesmal in Neu Darchau im Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue statt. Zunächst stellten Projektleiter Dr. Markus Richter (NABU Niedersachsen), Rebecca Heiligtag (Biosphärenreservatsverwaltung) sowie Ute Thiergärtner und Florian Bibelriether (Amphi International ApS) den aktuellen Stand des Projektes dar. Anschließend wurden die ersten Baumaßnahmen für die Rotbauchunke im Gelände besichtigt. Im Bereich des Großen und Kleinen Sees im Amt Neuhaus wurden zehn Gewässer neu angelegt und drei vorhandene saniert. Zusätzlich wurden Gräben und Grüppen angestaut, die so entstehenden wassergefüllten Gräben und flachen Überschwemmungsbereiche ergänzen das Gewässerangebot. „Die Rotbauchunke sucht im Jahresverlauf unterschiedliche Gewässertypen auf“ erläuterte Florian Bibelriether. „Nur durch ein reiches Angebot an verschiedenen Gewässern können alle Ansprüche der Art an ihren Lebensraum befriedigt werden.“

Foto: Florian Bibelriether von Amphi International ApS (rechts) erläutert die Baumaßnahmen (Marion Müller, NABU Niedersachsen)

 

Genetische Untersuchungen laufen an

Die genetischen Untersuchungen der niedersächsischen Rotbauchunken- Vorkommen haben begonnen. Im Frühjahr und Sommer wurden bereits vom Projektpartner Amphi International ApS Proben von über einhundert Tieren überwiegend aus der Elbtalaue im Amt Neuhaus genommen. Für die Untersuchung der Proben konnte nun die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Ralph Tiedemann vom  Institut für Biochemie und Biologie der Universität Potsdam gewonnen werden. Die Arbeitsgruppe hat umfangreiche Erfahrungen mit der Genetik der Rotbauchunke in Norddeutschland. Durch die Untersuchung soll  bestimmt werden, welche Rotbauchunken-Vorkommen am besten als Spendertiere für die geplanten Wiederansiedlungen geeignet sind. Dabei soll zum einen verhindert werden, dass gebietsfremde Tiere zur Wiederansiedlung verwendet werden. Zum anderen ist für das langfristige Überleben der neu zu begründenden Populationen eine hohe genetische Diversität günstig. Im kommenden Frühjahr werden weitere Proben aus den anderen Teilen der Elbtalaue gewonnen werden, abschließende Ergebnisse werden somit erst im nächsten Jahr vorliegen.

Neue Gewässer für den Laubfrosch

An der Schunter, einem kleinen Fließgewässer im Stadtgebiet Braunschweig, lebt seit etlichen Jahren eine kleine Population des Laubfroschs.Entlang der Schunter waren im Zuge eines groß angelegten Renaturierungsprojektes vor einigen Jahren zwar zahlreiche Teiche angelegt worden, der Laubfrosch hat aber nur einige wenige dieser Gewässer besiedelt. Abhilfe sollen die jetzt im Rahmen des Projektes Auenamphibien durchgeführten Maßnahmen schaffen. Mehrere inzwischen fast vollständig mit Gehölzen zugewachsene Gewässer wurden freigestellt, um eine ausreichende Besonnung der Wasserfläche zu gewährleisten. Laubfrosch-Kaulquappen entwickeln sich nur in warmem Wasser erfolgreich. Zudem wurde bei verschiedenen Gewässern die Sohle angehoben. Diese Teiche führten bisher dauerhaft Wasser, bei Hochwasser eingetragene Fische verhinderten die Reproduktion des Laubfrosches. Die umgestalteten Gewässer sollen nun regelmäßig im Spätsommer austrocknen, damit sich Fische und andere Fressfeinde von Laubfroschlaich und -larven nicht dauerhaft ansiedeln können. Auch wurden mehrere Flachgewässer, die bisher zu früh ausgetrocknet sind, etwas vertieft. Schließlich wurden zwei Gewässer neu angelegt. Insgesamt 14 Gewässer stehen nun dem Laubfrosch zur Fortpflanzung zur Verfügung. Die Maßnahmen wurden in enger Kooperation und mit tatkräftiger Unterstützung des Förderkreises Umwelt- und Naturschutz Hondelage (FUN) durchgeführt. Die von FUN auf den Flächen entlang der Schunter etablierte Beweidung mit Rindern und Wasserbüffeln wird nun für die Pflege der Gewässer sorgen und das Wiederaufwachsen der Gehölze verhindern.

Fotos:

Baggerarbeiten an der Schunter, Dr. Markus Richter

Laubfrosch: Frank Körner

 

Erste Baumaßnahmen laufen an

Mit der Vergabe des Auftrags an eine regionale Baufirma ist jetzt der Startschuss für die ersten Baumaßnahmen im Rahmen des Projektes LIFE Auenamphiben gefallen. In der Elbtalaue auf dem Gebiet des Amtes Neuhaus werden nun in Kürze zehn Laichgewässer für Rotbauchunke neu angelegt und drei vorhandene Gewässer saniert.

Ein weiteres größeres Gewässer wird entsprechend der Ansprüche der Unke umgestaltet. Die Gewässer sollen als Laich- und auch Aufenthaltsgewässer dienen. Zusätzlich werden im Umfeld der Gewässerneuanlagen Grüppen geschlossen und Gräben angestaut, um die gesamte Fläche zu vernässen. Im Frühjahr werden dadurch flache, sich rasch erwärmende Überschwemmungsbereiche entstehen, ein bevorzugter Aufenthaltsort für die dann frisch aus dem Überwinterungsquartier eingewanderten Unken.

Foto: Florian Bibelriether