Arbeitsgruppe besucht Schweinebruch

Die projektbegleitende Arbeitsgruppe des Projektes LIFE-Auenamphibien traf sich in diesem Jahr in Eschede im Landkreis Celle. Die Arbeitsgruppe, in der die beteiligen Landkreise, der NLWKN, die vor Ort beteiligten NABU-Gruppen und weitere Naturschutzorganisationen sowie Amphibienexperten auch aus benachbarten Bundesländern vertreten sind, trifft sich regelmäßig, um einen umfassenden Informationsaustausch innerhalb des Projektes zu gewährleisten und die geplanten  und umgesetzten Maßnahmen zu diskutieren und zu begutachten. So soll eine fachlich hohe Qualität der Maßnahmen sichergestellt werden. Wie gewohnt stellten Ute Thiergärtner von Amphi International und Dr. Markus Richter vom NABU Niedersachsen den 31 Teilnehmern des Treffens die im vergangenen Jahr umgesetzten Maßnahmen sowie die Planungen für das kommende Jahr dar. Aufgrund der trockenen Witterung der Jahre 2018 und 2019 konnten zahlreiche Gewässerneuanlagen und –sanierungen in sechs Gebieten umgesetzt werden. Der zeitliche Verzug, der durch die Nässe des Jahres 2017 entstanden war, konnte somit fast vollständig wieder aufgeholt werden. Als Gastvortrag stelle Ralf Berkhan vom NABU Niedersachsen das Projekt „Herpetomap“ vor. Im Rahmen dieses Projektes soll eine  Fachplattform zur Meldung von Amphibien- und Reptilien-Vorkommen in Niedersachsen  entwickelt und erprobt werden. Die darüber gesammelten Daten sollen den Behörden für ihre Naturschutzarbeit zur Verfügung gestellt werden.

 

Im Anschluss an den Vortragsteil wurden die im Sommer 2019 umgesetzten Maßnahmen im Naturschutzgebiet Schweinebruch in der Stadt Celle besichtigt. Über LIFE Auenamphibien wurden hier auf Flächen der Stadt Celle zehn Amphibiengewässer neu angelegt und drei weitere umgestaltet. Zusammen mit bereits vorhandenen Gewässern ist so ein Schwerpunktraum für den Amphibienschutz entstanden. Neben den praktischen Fragen der Gewässeranlage wurde auch die Beweidung der Gewässer durch Galloway-Rinder begutachtet und diskutiert. 

 

Fotos: Joachim Neumann, NABU Niedersachsen

Bagger im Naturschutzgebiet-

NABU legt Amphibiengewässer im Ilkerbruch an

Sieben neue Amphibiengewässer werden aktuell im Auftrag des NABU Niedersachsen  im Naturschutzgebiet Ilkerbruch in der Stadt Wolfsburg angelegt. Die Maßnahme ist Teil des Projektes LIFE Auenamphibien, das der NABU zusammen mit verschiedenen Partnern seit nunmehr vier Jahren durchführt. Im Ilkerbruch waren bereits im Februar 2018 sechs neue Laichgewässer entstanden, mit den jetzt entstehenden sowie zwölf weiteren, die auf einer angrenzenden Flächen geplant sind, soll ein überregionaler bedeutender Amphibienlebensraum entstehen. Wie die Erfassungen der Ökologischen NABU-Station Aller/Oker aus den letzten Jahren gezeigt haben, kommen hier bereits  Laubfrosch, Moorfrosch und Kammmolch vor. Ihre Populationen sollen durch die neue Gewässer deutlich gestärkt werden. Zudem ist die Wiederansiedlung der Rotbauchunke geplant. Diese Art, die aktuell in Niedersachsen nur noch an der Elbe vorkommt, besiedelte ehemals auch das Allereinzugsgebiet. Mit den neu angelegten Gewässern bietet der Ilkerbruch nun hervorragende Voraussetzungen, damit die Art hier wieder heimisch werden kann. Die Stadt Wolfsburg, die das Projekt LIFE Auenamphibien auch finanziell unterstützt, stellt die Flächen für die Gewässeranlagen zur Verfügung. Die Beweidung rund um den Ilkerbruchsee ergänzt die Gewässerneuanlagen in idealer Weise. Die Weidetiere verhindern das Zuwachsen der Gewässer mit Röhricht und das Aufkommen schattenwerfender Ufergehölze. So entstehen voll besonnte Flachwasserbereiche mit niedriger Vegetation, die ideale Bedingungen für die Entwicklung der Amphibienlarven bieten.

Fotos: Joachim Neumann, NABU Niedersachsen e.V.

Fachsymposium Natura 2000 in Deutschland

Vorstellung der LIFE-Projekte des NABU Niedersachsen

Beim Fachsymposium „Natura 2000 in Deutschland – Impulse für Kommunikation, Monitoring und Umsetzung“, das vom 16. bis 18. Oktober 2019 in Laufen (Oberbayern) stattfand, war auch der NABU Niedersachsen vertreten. Projektmanager Dr. Markus Richter stellte dabei nicht nur das Projekt LIFE Auenamphibien vor, sondern auch die Projekte LIFE AMPHIKULT (abgeschlossen) und LIFE BOVAR. Mit den drei aufeinander aufbauenden Projekten werden für alle in Niedersachsen vorkommende FFH-Arten mit ungünstigen oder schlechten Erhaltungszustand Maßnahmen umgesetzt.

 

Das Fachsymposium wurde von der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL) im Rahmen des LIFE-Kommunikations-Projektes „Living Natura 2000“ durchgeführt. Referenten aus verschiedenen Bundesländern berichteten von Ihren Erfahrungen zu verschiedenen Aspekten von Natura 2000, im anschließenden Workshop wurden Erfolgsfaktoren zusammengetragen und diskutiert. Am letzten Tag führte eine Bus-Exkursion in das Natura- 2000-Gebiet „Östliche Chiemgauer Alpen“. Themen waren hier u.a. die Almbewirtschaftung unter Einbeziehung eines Hochmoores sowie Bewirtschaftung und Schutz der Bergmischwälder. Zum Abschluss wurden am Weitsee Fragen der touristischen Nutzung und der Besucherlenkung im Natura 2000-Gebiet diskutiert.

 

Informationen zum Projekt Living Natur-2000 finden Sie unter: www.ganz-meine-natur.bayern.de

 

Bilder: Dr. Markus Richter bei seinem Vortrag über die LIFE-Projekte des NABU (Foto: Dr. Florian Wetzel, ANL) und

Exkursionsgruppe an der Badestelle des Weitsees bei Reit im Winkl (Foto: Dr. Florian Wetzel, ANL)

 

Baggern für die Rotbauchunke

Saison für die Anlage weiterer Gewässer im Biosphärenreservat startet

Hitzacker, Hannover – Bombina bombina so lautet der wohlklingende wissenschaftliche Artname der Rotbauchunke. Mehr als 98 % der niedersächsischen Rotbauchunken-Population lebt im Biosphärenreservat „Niedersächsische Elbtalaue“. Aber auch hier ist der Bestand in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. Deshalb startete im Jahr 2016 das von der europäischen Union geförderte Life-Projekt ‚Auenamphibien‘ des NABU Niedersachsen mit der Biosphärenreservatsverwaltung und dem Büro AmphiConsult als Partnern.

 

Rotbauchunken benötigen besonnte, flache Gewässer, um sich zu vermehren.“ erklärt die für die Elbtalaue verantwortliche Projektmitarbeiterin Rebecca Heiligtag. Die Gewässer sollten möglichst von Viehweiden umgeben sein, damit die Rotbauchunken nicht durch die Grünland-Mahd verletzt oder getötet werden. Zudem verhindert das Weidevieh, dass die Gewässer schnell wieder mit Schilf und Sträuchern zuwachsen. In den Trittstellen, die das Vieh im feuchten Boden hinterlässt, können junge Unken Schutz und Nahrung finden.

 

In den vergangenen drei Jahren wurden in dem Grünlandgebiet um den Großen und Kleinen See südlich von Stapel im Amt Neuhaus 23 Gewässer für die Rotbauchunke ausgehoben. In diesen Tagen beginnen die Bauarbeiten für weitere Rotbauchunken-Gewässer. Im Amt Neuhaus werden nochmals 17 Gewässer neu angelegt. Darüber hinaus werden die Bagger der beauftragten Tiefbauunternehmen erstmals auch Gewässer in der Dannenberger Marsch ausheben. Ein knappes Dutzend neuer Heimstätten für die Rotbauchunke entstehen im Bereich der Dambecker Wiesen und im Raum Penkefitz.

 

„Weitere 60 Gewässer sind in Planung und sollen bis zum Ende der Projektlaufzeit im Jahr 2023 realisiert werden“ umreißt Rebecca Heiligtag die Zielmarke. Zudem werden im Rahmen des LIFE-Projekts ‚Auenamphibien‘ auch erdbedeckte Steinhügel als Winterquartiere geschaffen und Entwässerungsgräben, sog. Grüppen, verschlossen, um mehr Wasser in den Rotbauchunken-Refugien zu halten. Die meisten Vorhaben werden auf Eigentumsflächen des Landes Niedersachsen realisiert. Es konnten aber auch private Eigentümer dafür gewonnen werden, ihre Flächen für den Lebensraumschutz der Rotbauchunke bereitzustellen.

Foto Titel: "Ausheben von Rotbauchunken- Flachgewässern" © BRV/T. Keienburg

Foto Text: "Rufende Rotbauchunke" © BRV/R. Heiligtag

 

Ein Refugium für den Laubfrosch

NABU baut Gewässer im Naturschutzgebiet Schweinebruch

Zehn neue Gewässer entstehen aktuell im Naturschutzgebiet Schweinebruch auf dem Gebiet der Stadt Celle im Rahmen des Projektes LIFE Auenamphibien. Sie sollen dem Laubfrosch als Laichgewässer dienen, der hier noch in Einzelexemplaren vorkommt. Zusätzlich werden zwei vorhandene Gewässer optimiert, ein weiteres wurde bereits im Winter von beschattenden Gehölzen befreit.

Umfangreiche Vorarbeiten waren notwendig, bevor die Baumaßnahme starten konnte. Die Ermittlung der Grundwasserstände im Jahresverlauf war dabei von besonderer Bedeutung, da sie entscheiden sind für die späteren Wasserstände in den Gewässern. Ziel ist eine ausreichend lange Wasserführung, damit sich die Kaulquappen erfolgreich in Jungfrösche umwandeln können. Später im Sommer sollen die Gewässer aber austrocknen, damit sich Fische und andere Fressfeinde von Laich und Larven nicht dauerhaft ansiedeln können.

Die Flächen für die Gewässerneuanlage wurden von der Stadt Celle zur Verfügung gestellt, die das Projekt auch finanziell unterstützt.  Es handelt sich um Grünlandflächen, die extensiv beweidet werden. Die Gewässer sollten zukünftig mit beweidet werden, um das Aufkommen beschattender Gehölze und eine rasche Verlandung zu verhindern.

„Zusammen mit den Gewässern, die die Stadt Celle bereits neu angelegt hat, wird hier ein Lebensraum für den Laubfrosch entstehen, der groß genug ist, dass die Art hier langfristig überleben kann.“ erläutert Projektleiter Dr. Markus Richter. „Außerhalb der Schutzgebiete findet er heute kaum noch geeignete Lebensräume“.

Bildunterschriften:

Die aktuelle Trockenheit begünstigt die Bauarbeiten im Schweinebruch (Foto: M. Richter)

Gewässerneuanlage im Schweinebruch (Foto: M. Richter)

Weißstörche an einem neu angelegten Gewässer (Foto M. Richter)

Nachzuchten kommen in ihre heimischen Gebiete zurück

Im Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue wurden in diesem Jahr Eier für die Nachzucht der Rotbauchunken gesammelt. Zehn Prozent der gesammelten Tiere werden in die Gewässer, aus denen sie entnommen werden, zurückgebracht.

Zu Ostern wurden sie gesammelt und zu Pfingsten kamen sie wieder zurück, so könnte man die zeitliche Abfolge der Rotbauchunken-Nachzucht in diesem Jahr zusammenfassen. Die Rotbauchunke ‚Bombina bombina‘ ist mittlerweile in weiten Teilen Niedersachsens ausgestorben. Restbestände finden sich nur noch im Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue. Durch das NABU-Projekt ‚LIFE Auenamphibien’ wird die Vernetzung und das Management von drei Amphibienarten in Niedersachsens Flusslandschaften von Aller und Elbe Elbe in Zusammenarbeit mit der Verwaltung des Großschutzgebiets umgesetzt. Das NABU-Projekt leistet damit einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt.
„Die Rotbauchunke hat in den letzten Jahrzehnten den größten Teil ihres ursprünglichen Verbreitungsgebiets in Niedersachsen eingebüßt. Ziel des Projektes ist es, dieses Verbreitungsgebiet wieder herzustellen. Dazu werden geeignete Lebensräume wiederhergestellt“, erklärt Dr. Markus Richter, NABU-Projektleiter. Da die Unken die Entfernungen zu diesen Lebensräumen nicht selbständig überbrücken können, sind Wiederansiedlungen notwendig. Dazu wird Laich aus bestehenden, genetisch geeigneten Vorkommen entnommen, in menschlicher Obhut aufgezogen und die Jungunken ausgesetzt. Die Wiederansiedlungen werden alle unter strikter Beachtung der international gültigen Kriterien der IUCN durchgeführt.
„Zumindest die ersten zehn Prozent, die wieder in ihre Ursprungsgewässer zurückgebracht werden, haben die Aufzuchtstation als Metamorphe wieder verlassen“, führt Dr. Richter aus. In den beiden Teilgebieten der Niedersächsischen Elbtalaue – Amt Neuhaus und Gartower Elbmarsch – wurden in diesem Jahr Eier für die Nachzucht der Rotbauchunken gesammelt. Zehn Prozent der gesammelten Tiere werden in die Gewässer, aus denen sie entnommen werden, wieder zurückgebracht. „Bei einer Überlebensrate im Freiland von durchschnittlich unter zehn Prozent wird der Bestand bei dieser Vorgehensweise eher gestärkt als geschwächt“, erläutert Richter.
Im Amt Neuhaus wurde in diesem Jahr nur aus zwei Gewässern Laich entnommen. Eines der Gewässer war bei der Rückführung bereits trockengefallen, d.h. dort hätte keine Fortpflanzung des natürlichen Bestandes stattgefunden. In der Gartower Elbmarsch wurde Laich aus vier Gewässern entnommen. Hier war die Situation aufgrund der Gewitterregen und des etwas gestiegenen Elbwasserspiegels besser. Ob die Kaulquappen vor Ort die vergangene Trockenheit in den kleinen Restpfützen überstanden haben, ist jedoch sehr zweifelhaft. So konnte zumindest die Fortpflanzung eines Teiles sichergestellt werden und die Metamorphen fühlen sich bei den geringen Wasserständen sichtlich wohl.

 

Foto: Ute Thiergärtner, junge Rotbauchunken

 

Rotbauchunken im Niedermoor

Studienreise nach Brandenburg und Polen vom 13.-17. Mai 2019

Eine Studienreise führte das Projektteam von LIFE Auenamphibien zu Rotbauchunken-Lebensräumen in Brandenburg und Ostpolen. Ziel der Reise war es, Lebensräume der Art in Niedermoorgebieten kennenzulernen. In Niedersachsen kommt die Rotbauchunke aktuell nur noch in der Elbtalaue vor, im Rahmen des Projektes soll sie aber in Niedermoorlebensräumen iim Drömling und am Steinhuder Meer wieder angesiedelt werden.

 

Erstes Ziel der Fahrt war das Rhinluch nordwestlich von Berlin. Unter Leitung von Dr. Norbert Schneeweiß von der Naturschutzstation Rhinluch in Linum wurden verschiedene Rotbauchunken-Lebensräume besichtigt. Die Art ist in den Teichen des Linumer Teichgebiets gut vertreten, selbst in einem frisch sanierten Gewässer konnten einzelne Rufer gehört werden. Wichtige Laichgewässer sind auch großflächig flach überschwemmte Feuchtwiesen auf Moorboden.

 

Nach kurzen Zwischenstopps in der Uckermark und dem Odertal führte die Fahrt nach Ostpolen in den Nationalpark Biebrza. Dieser ist bekannt für seine großflächigen Niedermoore. Lars Briggs von Amphi International führte die Gruppe zu ganz unterschiedlichen Unken-Lebensräumen. Die Rotbauchunke besiedelt hier weniger die intakten, offenen Niedermoore, sondern eher das angrenzende Kulturland. Neben Altarmen in Grünlandflächen spielen auch hier flach überstaute Feuchtwiesen auf Moorboden eine besondere Rolle für die Rotbauchunke. Charakteristisch für die Kulturlandschaft dort ist das enge Nebeneinander von nassen und trockenen Lebensräumen. Das ursprünglich sehr bewegte Relief der Flussaue ist hier noch erhalten und bedingt eine hohe Artenvielfalt. So konnten bei einer nächtlichen Exkursion auf einer einzigen Weidefläche zehn verschiedene Amphibienarten festgestellt werden.

 

„Niedermoore, insbesondere ihre landwirtschaftlich extensiv genutzten Randbereiche sind grundsätzlich als Rotbauchunkenlebensräume geeignet.“ ist das Resümee von Projektleiter Dr. Markus Richter. „Bei unseren weiteren Planungen sollte das Augenmerk zudem verstärkt auf größere Überschwemmungsbereiche im Grünland gelegt werden.“

 

Foto: Rotbauchunke, Nationalpark Biebrza, J. Neumann, Exkursionsgruppe J. Neumann / NABU Niedersachsen

 

Exkursion Grundschule Neu Darchau

Die Jüngsten lernen ihre Umgebung kennen. Am 08. Mai gingen die erste und zweite Klasse der Grundschule Neu Darchau auf Entdeckertour an einem Rotbauchunkengewässer im Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue.

Nicht viel Wasser war in dem Teich, der im letzten Jahr noch als Laichgewässer von den Rotbauchunken genutzt wurde. Trotzdem konnten die SchülerInnen noch jede Menge toller Tiere im Wasser entdecken. Nach einer Stunde Keschern im Teich wurden die Ergebnisse der einzelnen Gruppen angeschaut und jede Gruppe stellte ihr Spezialtier vor.

 

Zum Abschluss gab es eine Tischunterlage auf der die Rotbauchunke abgebildet ist. So werden die SchülerInnen dieses besondere Tier so schnell nicht vergessen und sich hoffentlich auch zukünftig über ihr Rufen freuen.

 

 

 

Foto: F. Bibelriether, Amphi Consult, SchülerInnen der Grundschule Neu Darchau betrachten interessiert die Fangergebnisse.

 

Beginn der Nachzucht 2019

Trotz der Trockenheit und des wenigen Wassers in den Gewässern sind wieder rund 2.500 Kaulquappen der Rotbauchunke in die Aufzuchtstation eingezogen.

Zu Ostern fingen die Rotbauchunken an der Elbe an zu Laichen und so konnten bereits Mitte April die ersten Eier gefunden werden. Bis Mitte Mai wurden die rund 2.500 Eier in den beiden Projektgebieten Amt Neuhaus und Gartower Elbmarsch gesammelt.

 

Das Besondere in diesem Jahr war, dass viele der traditionell aufgesuchten Gewässer aufgrund Trockenheit oder sehr schlechter Wasserqualität gemieden wurden und die Unken in benachbarte, sonst nicht zum Laichen genutzte Gewässer, auswichen. Dies zeigt erneut wie wichtig es ist eine hohe Anzahl sehr verschiedener Gewässer für die Unken an einem Standort zur Verfügung zu stellen, so dass in jedem Jahr die Chance zur Reproduktion besteht.

 

Bis zum Abschluss der Metamorphose werden die Rotbauchunken in der Aufzuchtstation gehältert und dann in ihre Zielgebiete gebracht.

Mindestens 10% der Metamorphen kommen wieder an die Gewässer, wo sie entnommen werden. Da in freier Natur im Schnitt weniger als 10% überleben, wird die Spenderpopulation durch die Nachzucht zusätzlich gestützt.

 

Wir hoffen auf einen steigenden Elbewasserspiegel und ergiebige Regenfälle, so dass die Gewässer nicht vorzeitig Trockenfallen und auch in freier Natur die Kaulquappen überleben und metamophieren können.

 

Foto: Kaulquappen der Rotbauchunke beim Fressen in der Aufzuchtstation, Ute Thiergärtner, Amphi Consult

 

Zaun fertiggestellt

Gewässerpflege durch Beweidung

In Wolfsburg-Vorsfelde wurde in den letzten Februartagen ein gut

900 m langer Weidezaun errichtet. Zukünftig sollen auf der etwa

3,5 ha großen eingezäunten Fläche der Stadt Wolfsburg an der Aller Rinder weiden, deren wichtigste Aufgabe es ist, die vorhandenen Gewässer offen zu halten. Vor einigen Jahren waren hier drei größere Teiche angelegt worden. An den Ufern wuchsen rasch Weiden, Erlen und Birken auf, sodass  die Gewässer vollständig im Schatten lagen. Dadurch wurden die Gewässer für die meisten Amphibienarten ungeeignet. Die NABU-Gruppe Wolfsburg führte mehrfach Rückschnittmaßnahmen durch, so konnten sich zumindest einzelne Laubfrösche und Kammmolche an den Gewässern ansiedeln. Die Gehölze treiben aber nach jedem Rückschnitt wieder aus, so dass immer wieder nachgearbeitet werden musste.
Zukünftig sollen diese Arbeit die Weidetiere übernehmen.

Im Herbst hatte eine Fachfirma sämtliche Gehölze zurück geschnitten und so für die Beweidung vorbereitet. Laubfrosch, Kammmolch und viele weitere Arten werden von den deutlich stärker besonnten Gewässern profitieren.

Fotos: NABU Niedersachsen, Joachim Neumann

 

Seminar

"Anlage und Pflege von Amphibienlaichgewässern"

Termin vormerken: Samstag 06. Juli 2019

Der NABU Niedersachsen bietet im Rahmen des Projektes LIFE Auenamphibien ein Seminar zum Thema „Anlage und Pflege von Amphibienlaichgewässern“ an. Das Seminar, das in Kooperation mit dem Landesfachausschuss für Feldherpetologie und Ichthyofaunistik sowie dem Förderkreis Umwelt- und Naturschutz Hondelage e.V. durchgeführt wird,  richtet sich vor allem an Ehrenamtliche. Es findet statt am Samstag, den 06.Juli 2019 im Natur Erlebnis Zentrum Hondelage, In den Heistern 5c, 38108 Braunschweig

 

In dem eintägigen Seminar werden alle wichtigen Gesichtspunkte der Anlage von Amphibienlaichgewässern, insbesondere für die gefährdeten Arten, behandelt. Neben den Aspekten der Größe, Tiefe und Wasserführung der Gewässer für die jeweiligen Zielarten werden auch Fragen zur Standortwahl, zu einzuholenden Genehmigungen und zur Suche nach einer geeigneten Tiefbaufirma beantwortet. Auch das Thema Kosten und Fördermöglichkeiten sowie der Bedarf an langfristiger Betreuung und Pflege werden behandelt. Abgerundet wird die Veranstaltung durch eine Exkursion zu verschiedenen Gewässern im Raum Braunschweig.

 

Die Teilnahme am Seminar ist kostenfrei, eine Anmeldung erforderlich. Das Detailprogramm und ein Anmeldeformular werden rechtzeitig auf der Internetseite www.life-auenamphibien.com veröffentlicht.

 

Foto: Gewässerneuanlage, J. Neumann, NABU Niedersachsen

 

Rotbauchunken Nachzucht- Bilanz 2018

19.200 kleine Rotbauchunken sollen im Rahmen des Projektes ausgesetzt werden. Im Jahr 2018 wurden rund 2.600 ausgesetzt. Auf beiden Seiten der Elbe im Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue wurde im April an verschiedenen Gewässern Laich gesammelt. Die Gewässer waren gut gefüllt und durch die bereits sehr warmen Tage Ende April, hatte die Unke dieses Jahr gute und relativ zahlreiche Laichplätze.

Der Laich wurde in die Aufzuchtstation von Amphi International im Landkreis Lüchow-Dannenberg gebracht. Aufgrund des warmen Sommers entwickelten sich die Kaulquappen sehr schnell und bereits Anfang Juni waren die ersten metamorphiert und bereit ihren neuen Lebensraum zu besiedeln.

 

Im Biosphärenreservat kommt die Rotbauchunke noch vergleichsweise häufig vor, jedoch ist auch hier in den letzten Jahren ein starker Rückgang zu beobachten. Aus diesem Grund wurden große Gebiete für die Rotbauchunke hergerichtet. Eine natürliche Besiedelung dieser Gebiete durch die vor Ort vorkommenden Unken war nicht zu erwarten, da die vorhandenen Populationen meist sehr individuenarm sind.

2018 wurden an drei Stellen im Biosphärenreservat aufgezogene Rotbauchunken ausgesetzt

Auch die Populationen aus denen der Laich stammt werden gestützt, da mindestens 10% der entnommenen Eier als fertige Metamorphe wieder an den Entnahmeort zurückgebracht werden. Ein so hoher Prozentsatz  überlebt in freier Natur in der Regel nicht.

Auf diese Art soll der Rückgang der Rotbauchunke im Biosphärenreservat gestoppt und eine Trendumkehr geschafft werden.

 

Foto: Florian Bibelriether, Metamorphe Rotbauchunken kurz vor dem Aussetzen.

 

Bilanz 2018

Zehn neue Gewässer für die Rotbauchunke in der Elbtalaue

 

In der Niedersächsischen Elbtalaue entstanden im August 2018 in einem zweiten Bauabschnitt zehn neue Gewässer, welche nun der Rotbauchunke als Laich- und Aufenthaltsgewässer dienen werden. Des Weiteren wurden ein Graben umgestaltet und drei neue Winterquartiere angelegt.

 

Der Auftrag für den 2. Bauabschnitt im Bereich „Großer und Kleiner See“ in der Gemeinde Amt Neuhaus war bereits im Jahr 2017 an eine regionale Baufirma vergeben worden. Die Umsetzung der Maßnahmen zur Anlage der Gewässer konnte jedoch aufgrund der lang anhaltenden Niederschläge im Sommer und Herbst nicht ausgeführt werden. In 2018 zeige sich ein völlig anderes Bild. Die extreme Dürre ermöglichte den Start der Baumaßnahmen sowie eine problemlose und schnelle Durchführung.

 

Nun stehen der Rotbauchunke im neuen Rückzugsgebiet am Großen und Kleinen See insgesamt zwanzig neue und drei sanierte Gewässer zur Verfügung. Ziel ist es, in diesem großräumigen Grünlandgebiet einen attraktiven Lebensraum für diese Art zu schaffen.


Fotos: R. Heiligtag, BRNE

 

Die Unke im Raum Uelzen

Bis etwa 2007 war die Rotbauchunke im LK Uelzen – Strothe-Almstorf – heimisch. Trotz damals durchgeführter Maßnahmen, konnte sich der bereits auf wenige Tiere reduzierte Bestand nicht mehr erholen. Das Glockengeläute der rufenden Unken war aus der Landschaft verschwunden. Lediglich ein Schild erinnert derzeit noch an die Tiere.

 Auf Flächen von Privateigentümern und des Kreises wurden im Dezember 2018 bzw. Januar 2019 drei neue Gewässer angelegt und zwei weitere saniert. Die Gewässerdichte ist nun so groß, dass sich ein stabiler Bestand etablieren kann.

 Fehlen nur noch die Unken. Diese sollen im Rahmen des Projektes in das Gebiet gebracht werden. An anderer Stelle wird Laich entnommen, bis zur Metamorphose großgezogen und nach Uelzen gebracht. Näheres hierzu kann man unter „Maßnahmen, Wiederansiedlung“ nachlesen.Laubfrosch, Kammmolch und Moorfrosch, die bereits im Gebiet vorkommen werden auf jeden Fall von den neuen Teichen profitieren.

 

Foto: Ute Thiergärtner, Amphi International ApS

 

Kehrt die Unke zurück?

Umfangreiche Maßnahmen für seltene Amphibienart im Drömling


Verschiedene Baumaßnahmen werden derzeit vom NABU Niedersachsen an zwei Stellen im Drömling im Landkreis Gifhorn und der Stadt Wolfsburg durchgeführt. Die Maßnahmen zielen auf die Verbesserung der Lebensbedingungen von Amphibien, insbesondere der Rotbauchunke ab.

 

Ein Maßnahmenbereich liegt an der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt nahe der Ortschaft Kaiserwinkel. Hier werden aktuell sechs neue Laichgewässer angelegt. „Aus diesem Bereich wurden bis in die jüngste Vergangenheit immer wieder einzelne Funde von Rotbauchunken gemeldet“ berichtet NABU-Projektleiter Dr. Markus Richter, „unsere gezielte Suche in den letzten beiden Jahren blieb jedoch erfolglos“.

 

Aktuell sind kaum geeignete Laichgewässer vorhanden, die neuen Gewässer sollen nun die womöglich noch vorhandenen Tiere zur Fortpflanzung anlocken. Lassen sich auch hier keine Unken mehr nachweisen, ist nach Abstimmung  mit allen betroffenen Stellen und nach Genehmigung der Naturschutzbehörden eine Wiederansiedlung der Art vorgesehen.

 

Die Baumaßnahme waren bereits im letzten Jahr ausgeschrieben und beauftragt worden, aufgrund der starken Niederschläge musste sie aber auf dieses Jahr verschoben werden. „Im Moment sind die Bedingungen noch sehr günstig, die Flächen sind trocken und gut befahrbar,“ erläutert NABU Bauleiter Joachim Neumann, „wir gehen davon aus, dass alles fertig wird, bevor die Nässe zurückkommt“

 

Ein zweiter Maßnahmenbereich liegt am anderen Ende des Drömlings im Stadtgebiet Wolfsburg nahe des Allersees. Hier wurden von einigen Jahren mehrere Gewässer angelegt. Am Ufer sind allerdings dichte Gehölzbestände aufgewachsen, die den Wasserkörper beschatten und damit die Gewässer für die Fortpflanzung anspruchsvoller Amphibienarten unbrauchbar machen. „Laubfroschlarven entwickeln sich nur bei Wassertemperaturen über 15 Grad. Damit sich das Wasser im Frühling ausreichend erwärmt, muss es möglichst der vollen Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein“ erläutert Dr. Richter. „Eine Fachfirma wird daher in den nächsten Tagen die Gehölze vollständig zurückschneiden“.

 

Allerdings werden die Weiden, Erlen und Birken am Ufer im Frühjahr größtenteils wieder aus den Stümpfen ausschlagen. Um ein erneutes Aufwachsen der Gehölze zu verhindern, soll die Fläche einschließlich der Gewässer zukünftig beweidet werden, Tritt und Verbiss der Weidetiere sollen die Ufer offenhalten. Für die Beweidung wird aus Projektmitteln ein Weidezaun errichtet, ein örtlicher Landwirt hat sich bereiterklärt, seine Tiere dort weiden zu lassen. Die Nutzung der Fläche für das Osterfeuer wird aber auch zukünftig möglich sein.

 

Foto: NABU Niedersachsen, Joachim Neumann


Neue Teiche an Oker und Schunter

Neue Laichgewässer für Amphibien werden derzeit in den Auen der Oker und der Schunter in Braunschweig geschaffen. Insgesamt elf Gewässer sollen in den nächsten Wochen entstehen, die dafür erforderlichen Vorarbeiten laufen bereits. Einzelne Maßnahmenflächen wurden zunächst im Auftrag der Stadt Braunschweig gemäht, um sie für die Suche nach Kriegsaltlasten vorzubereiten.

 

Auch über 70 Jahre nach Kriegsende muss an vielen Stellen in der Stadt Braunschweig mit Bombenblindgängern, Munitionsresten und ähnlichen im Boden gerechnet werden, die bei Baggerarbeiten eine erhebliche Gefahr darstellen können. Der NABU beauftragte daher eine Fachfirma mit der Suche und Bergung verdächtiger Objekte. Erfreulicherweise wurden nur Nägel, Drahtreste und anderes Altmetall gefunden.

 

In einem nächsten Schritt wurden an einem vorhandenen Gewässer an der Bevenroder Straße in Braunschweig-Querum Gehölze zurückgeschnitten. Ein hier vor Jahren angelegtes Gewässer war vollständig zugewachsen und damit als Laichgewässer ungeeignet geworden. Um das Gewässer zukünftig dauerhaft offen zu halten, werden nach dem Rückschnitt die Wurzelstöcke mit dem Bagger ausgegraben. „Andernfalls würden die Gehölze wieder ausschlagen und in wenigen Jahren sähe alles aus wie vorher“ erläutert NABU-Bauleiter Joachim Neumann, „die Nachhaltigkeit der Maßnahmen ist ein ganz wesentlicher Punkt im gesamten Projekt“.

Letzter Schritt wird die Neuanlage von Gewässern an der Schunter im Bereich Querum und an der Oker im Bereich Veltenhof sein.

 

„Die öffentliche Ausschreibung ist abgeschlossen, der Auftrag erteilt, wir hoffen die aktuell trockene Witterung für die Baggerarbeiten nutzen zu können“, erläutert NABU-Projektleiter Dr. Markus Richter. „Unser besonderer Dank gilt der Stadt Braunschweig für die hervorragende Kooperation, ohne die die Abwicklung der doch recht komplexen Maßnahme nicht möglich gewesen wäre“. Die Stadt stellt nicht nur fast alle Maßnahmenflächen zur Verfügung und ist auch finanziell am Projekt beteiligt, auch die Erteilung der erforderlichen Genehmigungen erfolgte zügig und unbürokratisch. „Erfreulich ist auch die Bereitschaft eines Bürgers, sein Grundstück für eine Gewässeranlage zur Verfügung zu stellen“  freut sich Dr. Richter.

 

Für die kommenden Jahre sind weitere Gewässerneuanlagen im Gebiet Braunschweig vorgesehen. Bereits 2016 wurden im Rahmen von LIFE Auenamphibien an der Schunter bei Hondelage 14 Laichgewässer geschaffen. Langfristiges Ziel ist ein durchgehender Biotopverbund für Amphibien von Wendhausen im Osten über Schunter und Oker bis nach Walle im Westen. Insbesondere die derzeit isolierten Vorkommen des Laubfroschs  sollen miteinander verbunden werden, aber auch der Kammmolch und weitere Arten werden von den Maßnahmen profitieren.

 

Foto: Freigestellter Teich, Joachim Neumann, NABU Niedersachsen


Erfahrungsaustausch zum Amphibienschutz

Zu einem Netzwerktreffen kamen Vertreter verschiedener LIFE-Projekte aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen in Stadthagen zusammen.  Gastgeber war das neu gestartete Projekt „LIFE BOVAR“ des NABU Niedersachsen.

 

Dieses Projekt widmet sich den Schutz von Gelbbauchunke, Geburtshelferkröte, Kreuzkröte und Kammmolch in 35 Projektgebieten in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und der niederländischen Provinz Limburg.

 

Als Gäste konnte der NABU Mitarbeiter der Projekte LIFE Amphibienverbund der Biologischen Station Städteregion Aachen, des integrierten LIFE-ProjektesAtlantische Sandlandschaften  mit einer Vertreterin der Bezirksregierung Münster sowie des abgeschlossenen Projektes „Schutz der Knoblauchkröte“ der NABU-Naturschutzstation Münsterland begrüßen.

 

Neben der Vorstellung der jeweiligen Projekte lag der Schwerpunkt der Veranstaltung auf dem Erfahrungsaustausch zur Anlage von Laichgewässern für die verschiedenen Arten. In den meisten Fällen wird ein gelegentliches Trockenfallen der Gewässer angestrebt. Wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Gewässeranlage ist die Klärung der hydrologischen Situation am jeweiligen Standort. In Steinbrüchen oder auf Bergehalden ist in vielen Fällen eine künstliche Abdichtung mit eingebrachtem Lehm oder Beton erforderlich.

 

Am Nachmittag wurden im Rahmen von zwei Exkursionen verschiedene Gewässertypen besichtigt, die zuletzt im Rahmen des vom Bundesamt für Naturschutz geförderten Gelbbauchunken-Projektes angelegt worden sind. Die erste Exkursion führte die 14 Teilnehmer in den Steinbruch Liekwegen. In diesem Gebiet wurden auf 22 Hektar Fläche Maßnahmen für die Gelbbauchunke und die Kreuzkröte umgesetzt. Seit Ende der 90er Jahre bis heute hat sich der Bestand der Gelbbauchunke von etwas mehr als 20 Tieren auf über 1.000 Individuen erhöht. „Man kann sagen, dass dies wohl eines der erfolgreichsten Amphibienschutzprojekte für die Gelbbauchunke in Deutschland ist‘‘ freute sich Bruno Scheel vom NABU Niedersachsen.

 

Dieser Erfolg wird auch durch das Management in Form der Ganzjahresbeweidung durch drei Wildpferde ermöglicht. Neben der Gelbbauchunke profitieren auch viele andere Arten von den Maßnahmen im Steinbruch Liekwegen. So konnten die Teilnehmer während der Exkursion neben Gelbbauchunken verschiedenen Alters auch Kaulquappen und Jungtiere der Kreuzkröte, sowie Vertreter der heimischen Molcharten wie den Fadenmolch, Eidechsen und eine ausgewachsene Blindschleiche bestaunen.

 

Der zweite Exkursionsteil führte auf zwei Eigentumsflächen des NABU bei Raden im Landkreis Schaumburg. Hier wurden Gewässer als Trittsteine für Gelbbauchunken angelegt. Die Besonderheit an diesen Gewässern ist, dass sie mit einem aushärtenden Material, dem sogenannten Dernoton, ausgekleidet wurden, um das Wasser auf den Flächen zu halten. Zum Schluss der Exkursion erwartete die Teilnehmer zudem noch eine Überraschung, im letzten Tümpel, der besichtigt wurde, konnten erstmals Gelbbauchunken nachgewiesen werden.“ Vor zwei Jahren haben wir in etwa 2,5 km Entfernung die Gelbbauchunke wiederangesiedelt. Es ist sehr wahrscheinlich, dass diese Tiere von dort kommen, das unterstreicht den Erfolg der Wiederansiedlungsmaßnahe‘‘ stellt Christian Höppner, NABU-Projektleiter des LIFE Projektes BOVAR fest.

 

Fotos: Kim Fasse (NABU Niedersachsen)

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Neue Gewässer für Laubfrosch und Co

Im Rahmen des Projektes LIFE Auenamphibien lässt der NABU Niedersachsen derzeit sechs neue Laichgewässer für seltene Amphibien am Rand des Naturschutzgebiets Ilkerbruch in der Stadt Wolfsburg anlegen. Sie sollen vor allem dem Laubfrosch als Laichgewässer dienen.

 

Dieser seltene Lurch hat im Ilkerbruch und den angrenzenden Flächen eines seiner bedeutendsten Vorkommen im Einzugsgebiet der Aller. Dieses Vorkommen gelte es zu sichern und stärken, erläutert Projektleiter Dr. Markus Richter vom NABU Niedersachsen. Die Flächen für die Maßnahmen haben die Stadt Wolfsburg sowie der NABU Wolfsburg zur Verfügung gestellt.

 

Ein weiteres Ziel der Maßnahme ist die Schaffung eines geeigneten Lebensraums für die Rotbauchunke. „Zusammen mit den weiteren Gewässern, die wir hier im Herbst dieses Jahres angelegen wollen, sollen die Voraussetzungen für eine Wiederansiedlung geschaffen werden.“ erläutert Dr. Richter. Die Rotbauchunke hatte früher etliche Vorkommen entlang der Aller, ist aber seit einigen Jahrzehnten ausgestorben.

Das Gebiet Ilkerbruch und seine Umgebung biete hervorragende  Voraussetzungen für eine Wiederansiedlung, wenn eine ausreichende Anzahl an Gewässern neu angelegt werde. Über die tatsächliche Wiederansiedlung werde aber erst entschieden, wenn sichergestellt ist, dass die Gewässer auch die Ansprüche der Art erfüllen, so Richter weiter.

 

Mit mehr praktischen Fragen musste sich NABU-Bauleiter Joachim Neumann beschäftigen. Der Auftrag für die Baggerarbeiten war bereits im Spätsommer an eine Fachfirma aus der Region erteilt worden. Die anhaltend starken Niederschläge in der gesamten zweiten Jahreshälfte machten die Ausführung aber unmöglich. Immer wieder musste der Baubeginn verschoben werden. Das trockene Wetter der letzten Tage ließ die Wasserstände etwas sinken, so dass ein Versuch zur Umsetzung unternommen wurde. „Bis jetzt laufen die Arbeiten problemlos, ich denke, wir kriegen das hin“ ist Neumann zuversichtlich.

 

Foto: Baggerarbeiten für Amphibien in Wolfsburg (Foto: Joachim Neumann)