Rotbauchunken im Niedermoor

Studienreise nach Brandenburg und Polen vom 13.-17. Mai 2019

 

Eine Studienreise führte das Projektteam von LIFE Auenamphibien zu Rotbauchunken-Lebensräumen in Brandenburg und Ostpolen. Ziel der Reise war es, Lebensräume der Art in Niedermoorgebieten kennenzulernen. In Niedersachsen kommt die Rotbauchunke aktuell nur noch in der Elbtalaue vor, im Rahmen des Projektes soll sie aber in Niedermoorlebensräumen iim Drömling und am Steinhuder Meer wieder angesiedelt werden.

 

Erstes Ziel der Fahrt war das Rhinluch nordwestlich von Berlin. Unter Leitung von Dr. Norbert Schneeweiß von der Naturschutzstation Rhinluch in Linum wurden verschiedene Rotbauchunken-Lebensräume besichtigt. Die Art ist in den Teichen des Linumer Teichgebiets gut vertreten, selbst in einem frisch sanierten Gewässer konnten einzelne Rufer gehört werden. Wichtige Laichgewässer sind auch großflächig flach überschwemmte Feuchtwiesen auf Moorboden.

 

Nach kurzen Zwischenstopps in der Uckermark und dem Odertal führte die Fahrt nach Ostpolen in den Nationalpark Biebrza. Dieser ist bekannt für seine großflächigen Niedermoore. Lars Briggs von Amphi International führte die Gruppe zu ganz unterschiedlichen Unken-Lebensräumen. Die Rotbauchunke besiedelt hier weniger die intakten, offenen Niedermoore, sondern eher das angrenzende Kulturland. Neben Altarmen in Grünlandflächen spielen auch hier flach überstaute Feuchtwiesen auf Moorboden eine besondere Rolle für die Rotbauchunke. Charakteristisch für die Kulturlandschaft dort ist das enge Nebeneinander von nassen und trockenen Lebensräumen. Das ursprünglich sehr bewegte Relief der Flussaue ist hier noch erhalten und bedingt eine hohe Artenvielfalt. So konnten bei einer nächtlichen Exkursion auf einer einzigen Weidefläche zehn verschiedene Amphibienarten festgestellt werden.

 

„Niedermoore, insbesondere ihre landwirtschaftlich extensiv genutzten Randbereiche sind grundsätzlich als Rotbauchunkenlebensräume geeignet.“ ist das Resümee von Projektleiter Dr. Markus Richter. „Bei unseren weiteren Planungen sollte das Augenmerk zudem verstärkt auf größere Überschwemmungsbereiche im Grünland gelegt werden.“

 

Foto: Rotbauchunke, Nationalpark Biebrza, J. Neumann, Exkursionsgruppe J. Neumann / NABU Niedersachsen