Erfahrungsaustausch zum Amphibienschutz

 Foto: NABU Niedersachsen

Zu einem Netzwerktreffen kamen Vertreter verschiedener LIFE-Projekte aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen in Stadthagen zusammen.  Gastgeber war das neu gestartete Projekt „LIFE BOVAR“ des NABU Niedersachsen. Dieses Projekt widmet sich den Schutz von Gelbbauchunke, Geburtshelferkröte, Kreuzkröte und Kammmolch in 35 Projektgebieten in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und der niederländischen Provinz Limburg. Als Gäste konnte der NABU Mitarbeiter der Projekte LIFE Amphibienverbund der Biologischen Station Städteregion Aachen, des integrierten LIFE-Projektes „Atlantische Sandlandschaften“  mit einer Vertreterin der Bezirksregierung Münster sowie des abgeschlossenen Projektes „Schutz der Knoblauchkröte“ der NABU-Naturschutzstation Münsterland begrüßen. Neben der Vorstellung der jeweiligen Projekte lag der Schwerpunkt der Veranstaltung auf dem Erfahrungsaustausch zur Anlage von Laichgewässern für die verschiedenen Arten. In den meisten Fällen wird ein gelegentliches Trockenfallen der Gewässer angestrebt. Wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Gewässeranlage ist die Klärung der hydrologischen Situation am jeweiligen Standort. In Steinbrüchen oder auf Bergehalden ist in vielen Fällen eine künstliche Abdichtung mit eingebrachtem Lehm oder Beton erforderlich.

 

Am Nachmittag wurden im Rahmen von zwei Exkursionen verschiedene Gewässertypen besichtigt, die zuletzt im Rahmen des vom Bundesamt für Naturschutz geförderten Gelbbauchunken-Projektes angelegt worden sind. Die erste Exkursion führte die 14 Teilnehmer in den Steinbruch Liekwegen. In diesem Gebiet wurden auf 22 Hektar Fläche Maßnahmen für die Gelbbauchunke und die Kreuzkröte umgesetzt. Seit Ende der 90er Jahre bis heute hat sich der Bestand der Gelbbauchunke von etwas mehr als 20 Tieren auf über 1.000 Individuen erhöht. „Man kann sagen, dass dies wohl eines der erfolgreichsten Amphibienschutzprojekte für die Gelbbauchunke in Deutschland ist‘‘ freute sich Bruno Scheel vom NABU Niedersachsen. Dieser Erfolg wird auch durch das Management in Form der Ganzjahresbeweidung durch drei Wildpferde ermöglicht. Neben der Gelbbauchunke profitieren auch viele andere Arten von den Maßnahmen im Steinbruch Liekwegen. So konnten die Teilnehmer während der Exkursion neben Gelbbauchunken verschiedenen Alters auch Kaulquappen und Jungtiere der Kreuzkröte, sowie Vertreter der heimischen Molcharten wie den Fadenmolch, Eidechsen und eine ausgewachsene Blindschleiche bestaunen.

 

Der zweite Exkursionsteil führte auf zwei Eigentumsflächen des NABU bei Raden im Landkreis Schaumburg. Hier wurden Gewässer als Trittsteine für Gelbbauchunken angelegt. Die Besonderheit an diesen Gewässern ist, dass sie mit einem aushärtenden Material, dem sogenannten Dernoton, ausgekleidet wurden, um das Wasser auf den Flächen zu halten. Zum Schluss der Exkursion erwartete die Teilnehmer zudem noch eine Überraschung, im letzten Tümpel, der besichtigt wurde, konnten erstmals Gelbbauchunken nachgewiesen werden.“ Vor zwei Jahren haben wir in etwa 2,5 km Entfernung die Gelbbauchunke wiederangesiedelt. Es ist sehr wahrscheinlich, dass diese Tiere von dort kommen, das unterstreicht en Erfolg der Wiederansiedlungsmaßnahe‘‘ stellt Christian Höppner, NABU-Projektleiter des LIFE Projektes BOVAR fest.

 

Fotos: Kim Fasse (NABU Niedersachsen)